Manche Tennisbücher erklären, wie man besser spielt. Andere erklären, warum Menschen einen beträchtlichen Teil ihres Lebens damit verbringen, einem gelben Ball hinterherzulaufen.
Die besten schaffen beides.
Denn Tennis bietet erstaunlich viel Stoff für gute Bücher: Druck, Rivalitäten, Psychologie, Eltern, Trainer, grosse Siege, schmerzhafte Niederlagen und diese besondere Einsamkeit, die entsteht, wenn beim Match niemand für Sie auf den Platz kommen und das Problem lösen kann.
Wir haben deshalb 15 der besten Tennisbücher für Spieler und Fans ausgewählt – von berühmten Tennisbiografien über Mentaltraining und Matchtaktik bis zu Tennisgeschichte und aussergewöhnlicher Sportliteratur.
Das hier soll aber keine endlose Bücherliste sein.
Bei jedem Titel beantworten wir vor allem eine Frage:
Für wen lohnt sich dieses Buch wirklich?
Die besten schaffen beides.
Denn Tennis bietet erstaunlich viel Stoff für gute Bücher: Druck, Rivalitäten, Psychologie, Eltern, Trainer, grosse Siege, schmerzhafte Niederlagen und diese besondere Einsamkeit, die entsteht, wenn beim Match niemand für Sie auf den Platz kommen und das Problem lösen kann.
Wir haben deshalb 15 der besten Tennisbücher für Spieler und Fans ausgewählt – von berühmten Tennisbiografien über Mentaltraining und Matchtaktik bis zu Tennisgeschichte und aussergewöhnlicher Sportliteratur.
Das hier soll aber keine endlose Bücherliste sein.
Bei jedem Titel beantworten wir vor allem eine Frage:
Für wen lohnt sich dieses Buch wirklich?
Die besten Tennisbücher im Überblick
Wenn Sie nur drei Tennis Bücher auswählen möchten, würden wir mit Open, Tennis – Das innere Spiel und Winning Ugly beginnen.
Warum?
Weil diese drei Bücher drei völlig unterschiedliche Seiten des Tennissports zeigen:
den Menschen hinter dem Spieler, den Kopf während eines Matches und die Taktik, mit der Matches gewonnen werden.
1. Open: Das Selbstporträt – Andre Agassi
Am besten für: Tennisfans, Eltern von Junioren und alle, die wissen möchten, wie sich Profitennis von innen anfühlt.
Wenn Sie nur eine Tennisbiografie lesen möchten, ist Open schwer zu umgehen.
Andre Agassi gewann acht Grand-Slam-Titel im Einzel und erreichte die Nummer 1 der Weltrangliste.
Und trotzdem beginnt seine Geschichte mit einem Widerspruch:
Einer der bekanntesten Tennisspieler der Welt hatte über weite Teile seines Lebens eine ausgesprochen komplizierte Beziehung zu Tennis.
Agassi erzählt von einer Kindheit, in der Tennis früh zum zentralen Bestandteil seines Lebens wurde, vom enormen Druck seines Vaters, vom Aufstieg zum Superstar, vom Absturz in der Weltrangliste und von seinem späteren Comeback.
Die deutsche Ausgabe Open: Das Selbstporträt ist bei Droemer Knaur erschienen und umfasst 608 Seiten. Der Verlag hebt gerade den Konflikt zwischen Erfolg, Perfektionsdruck und Agassis schwieriger Beziehung zum Sport hervor.
Was können Tennisspieler aus Open lernen?
Nicht Agassis Return.
Zumindest nicht direkt.
Interessanter ist die Frage, was passiert, wenn Talent, Motivation, Erwartungen und persönliche Freude nicht mehr in dieselbe Richtung zeigen.
Gerade für Eltern junger Tennisspieler ist das lesenswert.
Ein Kind kann grosses Talent besitzen und den Sport trotzdem völlig anders erleben als die Erwachsenen um es herum.
Auch eine ausführliche deutschsprachige Besprechung von Your Tennis hebt genau diese Elternperspektive und den Druck in Agassis Kindheit hervor.
Für erwachsene Spieler steckt eine einfachere Botschaft darin:
Besser werden ist schön.
Aber eine langfristig gute Beziehung zum Sport ist mindestens genauso wichtig.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie eine aussergewöhnlich persönliche Tennisgeschichte suchen und keine technische Trainingsanleitung.
2. Tennis – Das innere Spiel – W. Timothy Gallwey
Am besten für: Spieler, die im Training wunderbar spielen und bei 4:4 im zweiten Satz plötzlich ihre Vorhand nicht mehr erkennen.
Vielleicht kennen Sie das.
Vor zehn Minuten lief die Vorhand noch problemlos.
Dann wurde der Spielstand wichtig.
Plötzlich denken Sie über den Griff nach.
Über den Treffpunkt.
Über den Ausschwung.
Über den Doppelfehler von vor drei Games.
Über Ihren Gegner.
Und darüber, was Ihr Trainer wohl gerade denkt.
Herzlichen Glückwunsch.
Sie spielen jetzt nicht mehr nur gegen Ihren Gegner.
Sie spielen auch gegen Ihren eigenen Kopf.
Genau hier setzt Tennis – Das innere Spiel an.
Gallwey beschäftigt sich mit Konzentration, Selbstzweifeln, innerer Anspannung und der Frage, warum wir bereits erlernte Bewegungen manchmal gerade dadurch stören, dass wir sie bewusst kontrollieren wollen.
Das Buch ist auch Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung ein fester Bestandteil deutschsprachiger Empfehlungen zu Tennispsychologie und Mentaltraining. Tennis Insider bezeichnet es beispielsweise als wichtigen Einstieg in die psychologische Seite des Spiels.
Warum ist das Buch heute noch relevant?
Schläger haben sich verändert.
Saiten haben sich verändert.
Training und Sportwissenschaft haben sich verändert.
Die menschliche Fähigkeit, bei Breakball die eigene Vorhand zu sabotieren, hat sich dagegen erstaunlich gut gehalten.
Gallweys Ansatz bedeutet nicht, dass Technik unwichtig wäre.
Die interessantere Frage lautet:
Wann hilft eine technische Anweisung – und wann erzeugt sie nur noch mehr Lärm im Kopf?
Coach's Take
Wenn ein Schlag im Training zuverlässig funktioniert und im Match regelmässig zusammenbricht, braucht der Spieler nicht zwangsläufig fünf neue technische Anweisungen.
Manchmal muss man lernen, wohin man seine Aufmerksamkeit richtet.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie auf dem Tennisplatz häufig zu viel denken.
3. Winning Ugly – Brad Gilbert und Steve Jamison
Am besten für: Clubspieler, die regelmässig sagen: «Eigentlich habe ich besser gespielt – aber irgendwie trotzdem verloren.»
Schönes Tennis und erfolgreiches Tennis sind nicht immer dasselbe.
Brad Gilbert wurde nicht deshalb zu einem der besten Spieler der Welt, weil seine Schläge aussahen, als wären sie für ein Lehrvideo produziert worden.
Eine seiner grossen Stärken war eine andere:
Er verstand Matches.
Winning Ugly beschäftigt sich mit Vorbereitung, Gegneranalyse, taktischen Mustern und der Fähigkeit, während eines Matches Lösungen zu finden.
Deshalb taucht das Buch bis heute regelmässig in internationalen und deutschsprachigen Listen empfehlenswerter Tennisbücher auf.
Was können Clubspieler daraus lernen?
Sehr viel.
Auf Tennisplätzen sieht man ständig Spieler, die monatelang versuchen, ihre Vorhand schöner zu machen.
Gleichzeitig denken sie kaum darüber nach:
- welche Schläge der Gegner nicht mag;
- wohin sie bei wichtigen Punkten servieren;
- welche Ballwechsel ihnen tatsächlich Punkte bringen;
- wann sie das Tempo verändern sollten;
- welche Muster sich während eines Matches wiederholen.
Für eine schöne Rückhand gibt es leider keinen Bonuspunkt.
Der Spielstand bleibt hartnäckig altmodisch.
Coach's Take
Das ist vielleicht das unmittelbar praktischste Buch in unserer Auswahl.
Um einen Gegner besser zu beobachten, müssen Sie keinen Schlag neu lernen.
Sobald Spieler Tennis nicht mehr nur als Abfolge einzelner Schläge, sondern als Abfolge von Entscheidungen und Mustern betrachten, verändert sich ihr Matchverständnis deutlich.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Ihre Technik ordentlich ist, Ihre Matchresultate das aber nicht immer zeigen.
4. Rafa: My Story – Rafael Nadal und John Carlin
Am besten für: Leser, die sich für Wettkampfmentalität, Disziplin und Spitzensport interessieren.
Manche Spieler verbindet man vor allem mit einem bestimmten Schlag.
Bei Rafael Nadal denkt man fast genauso schnell an seine Einstellung.
Deshalb ist Rafa interessant, bevor wir überhaupt über seine Vorhand sprechen.
Nadals Karriere wird häufig auf einen Begriff reduziert:
mentale Stärke.
Nur ist dieser Ausdruck im Sport inzwischen so häufig verwendet worden, dass er beinahe alles und nichts bedeuten kann.
Die spannendere Frage lautet:
Wie sieht Disziplin im Alltag eines Weltklassespielers tatsächlich aus?
Das Buch führt durch Nadals Entwicklung, sein familiäres Umfeld, seine Routinen und seine Sicht auf einige der wichtigsten Matches seiner Karriere.
Für Freizeitspieler besteht die Lektion natürlich nicht darin, Rafael Nadal zu imitieren.
Das wäre ein ziemlich ambitionierter Dienstagabend.
Interessanter ist zu beobachten, wie Spitzenspieler Routinen um Dinge aufbauen, die sie kontrollieren können.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie verstehen möchten, was zwischen «gewinnen wollen» und «gut konkurrieren können» liegt.
5. A Terrible Splendor – Marshall Jon Fisher
Am besten für: Leser, für die Tennisgeschichte mehr sein darf als Federer, Nadal und Djokovic.
Ein Davis-Cup-Match mit etwas mehr Bedeutung als das sonntägliche Clubturnier.
1937 trafen der Amerikaner Don Budge und der Deutsche Gottfried von Cramm in Wimbledon aufeinander.
Nummer 1 gegen Nummer 2.
USA gegen Deutschland.
Und im Hintergrund ein Europa, das sich auf eine Katastrophe zubewegte.
Marshall Jon Fisher baut A Terrible Splendor um dieses Match auf und verbindet Sport mit der politischen Situation im nationalsozialistischen Deutschland.
Das Buch erinnert daran, dass Tennisgeschichte nicht erst mit Borg, McEnroe, Graf, Federer oder Serena Williams begonnen hat.
Der Sport existierte durch Kriege, gesellschaftliche Umbrüche und völlig andere Vorstellungen davon, was ein Sportler sein sollte.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie Tennis und Geschichte gleichermassen faszinieren.
6. String Theory – David Foster Wallace
Am besten für: Tennisfans, die nicht bei jedem Buch ihre Vorhand verbessern müssen.
Nicht jedes gute Tennisbuch muss erklären, wo man beim zweiten Aufschlag stehen sollte.
Zum Glück.
David Foster Wallace schrieb über Tennis aus einer ungewöhnlichen Perspektive: als ehemaliger Juniorenspieler, Beobachter und Schriftsteller, der von der beinahe absurden Schwierigkeit des Sports fasziniert war.
String Theory versammelt mehrere seiner Essays über Tennis.
Das ist die richtige Lektüre für Menschen, die einen professionellen Ballwechsel anschauen und gelegentlich denken:
Wie können Menschen das überhaupt?
Verbessert das Buch Ihr Tennis?
Nicht unmittelbar.
Sie werden danach wahrscheinlich keinen besseren Return schlagen.
Aber möglicherweise werden Sie professionelles Tennis anders beobachten.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Tennis für Sie gleichzeitig Sport, Kultur und ein kleines bisschen Obsession ist.
7. The Master – Christopher Clarey
Am besten für: Roger-Federer-Fans – und damit vermutlich nicht ganz irrelevant in der Schweiz.
Roger Federer hat keine klassische Autobiografie über seine gesamte Karriere veröffentlicht.
The Master ist deshalb eine interessante Alternative.
Christopher Clarey begleitete internationales Tennis über Jahrzehnte und zeichnet Federers Entwicklung vom emotionalen Nachwuchsspieler zu einem der prägendsten Champions des Sports nach.
Für Leserinnen und Leser in der Schweiz besitzt die Geschichte natürlich eine zusätzliche Dimension.
Federer ist hier nicht nur ein ehemaliger Tennisspieler.
Er wurde zu einem Teil des internationalen Bildes des Schweizer Tennissports.
Warum ist seine Entwicklung so interessant?
Wir erinnern uns an das Endprodukt.
Leichte Bewegung.
Frühe Ballannahme.
Variabilität.
Einhändige Rückhand.
Und Tennis, das gelegentlich verdächtig einfach aussah.
Die Entwicklung dahin war erheblich weniger mühelos.
Das ist auch für Freizeitspieler eine interessante Erinnerung:
Wenn wir einen grossartigen Spieler am Ende seiner Entwicklung sehen, wirkt vieles natürlich.
Die Tausenden kleinen Korrekturen davor sehen wir nicht.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Federer Ihr Lieblingsspieler ist oder Sie interessiert, wie aussergewöhnliches Talent tatsächlich entwickelt wird.
Eine Schweizer Alternative: Federer von René Stauffer
Für die deutschsprachige Schweiz ist René Stauffer besonders relevant.
Der Schweizer Tennisjournalist begleitete Federer bereits sehr früh. Tennisnet hebt seine Federer-Biografie deshalb ausdrücklich als detaillierten Blick auf die Entwicklung vom temperamentvollen Nachwuchsspieler zum Weltstar hervor.
Das ist eine Besonderheit, die wir in der englischen Version bewusst nicht so stark gewichten.
8. Essential Tennis – Ian Westermann mit Joel Chasnoff
Am besten für: Freizeitspieler, die ihr eigenes Tennis verbessern möchten.
Manche Bücher gehören auf den Nachttisch.
Dieses könnte auch in der Tennistasche liegen.
Essential Tennis beschäftigt sich mit Schlägen, Bewegung, Strategie, mentaler Stärke und dem Lernprozess selbst.
Warum ist das für erwachsene Spieler interessant?
Erwachsene gehen Verbesserungen häufig rückwärts an.
Wir sehen das Resultat:
Meine Vorhand war zu lang.
Also verändern wir sofort die Vorhand.
Nur kann der eigentliche Fehler viel früher entstanden sein:
bei der Positionierung, Vorbereitung, Distanz zum Ball, Beinarbeit oder Wahrnehmung des ankommenden Balls.
Coach's Take
Ein Tennisbuch kann Ihnen helfen, Tennis besser zu verstehen.
Es kann Sie nicht beim Schlagen beobachten.
Das klingt banal, ist aber entscheidend.
Bücher sind besonders wertvoll, wenn sie bessere Fragen erzeugen.
Problematisch wird es, wenn nach jedem Kapitel drei zusätzliche technische Gedanken während des Schlages im Kopf herumschwirren.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie verstehen möchten, warum Verbesserung funktioniert und nicht einfach Schlagtipps sammeln möchten.
9. Levels of the Game – John McPhee
Am besten für: Leser, die Tennis, Psychologie und hervorragenden Sportjournalismus mögen.
Kann ein einziges Tennismatch etwas über zwei ganze Leben erzählen?
John McPhee scheint davon überzeugt gewesen zu sein.
Levels of the Game dreht sich um ein Match zwischen Arthur Ashe und Clark Graebner bei den US-Meisterschaften 1968.
Während das Match fortschreitet, untersucht McPhee die völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten und Hintergründe der beiden Spieler.
Das funktioniert beim Tennis besonders gut.
Denn auf dem Platz werden Entscheidungen ständig sichtbar:
Angreifen oder verteidigen?
Linie oder Sicherheit?
Nach vorne gehen oder zurück?
Und was passiert nach einem Fehler?
Zwei Spieler können auf demselben Platz unter denselben Regeln spielen und trotzdem zwei völlig unterschiedliche Matches erleben.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie Sportjournalismus lieber mögen als klassische Trainingsliteratur.
10. The Art of Doubles – Pat Blaskower
Am besten für: Clubspieler, die regelmässig Doppel spielen.
Doppel hat ein merkwürdiges Problem.
Sehr viele Menschen spielen es.
Erstaunlich wenige lernen es wirklich.
Vier Einzelspieler betreten den Platz, stellen sich ungefähr dorthin, wo es vernünftig aussieht, und hoffen, dass irgendwann Teamwork entsteht.
Manchmal funktioniert das.
Manchmal eher nicht.
The Art of Doubles behandelt Doppel deshalb als eigenständiges Spiel: Positionierung, Kommunikation, Poaching, Formationen, Shot Selection sowie offensives und defensives Zusammenspiel.
Coach's Take
Beobachten Sie einmal ein durchschnittliches Clubdoppel.
Fast alle schauen auf den Ball.
Beobachten Sie danach ein gutes Doppel und achten Sie bewusst auf die Spieler, die den Ball gerade nicht schlagen.
Dort liegt ein grosser Teil des Unterschieds.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie jede Woche Doppel spielen, Doppel aber noch nie wirklich gelernt haben.
11. The Circuit: A Tennis Odyssey – Rowan Ricardo Phillips
Am besten für: Fans, die verstehen möchten, wie sich ein Jahr auf der Profitour anfühlt.
Eine Tennissaison ist eigenartig.
Es gibt kein Heimstadion.
Kaum eine Pause.
Melbourne wird zu Paris. Paris zu London. London zu New York. Dazwischen liegen zahlreiche weitere Turniere und Kontinente.
The Circuit begleitet das Profitennis durch die Saison 2017.
Damit ist das Buch weniger die Geschichte eines einzelnen Spielers als die Geschichte der Tour selbst.
Im Fernsehen sehen wir Matches.
Die Tour besteht zusätzlich aus Reisen, Regeneration, wechselnden Belägen, Rankingdruck und dem seltsamen Rhythmus, ein Turnier zu gewinnen und kurz darauf wieder bei null anzufangen.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Ihnen zwei Grand-Slam-Wochen grundsätzlich zu wenig Tennis sind.
12. Unstoppable – Maria Sharapova
Am besten für: Leser, die sich für Ehrgeiz, Konkurrenz und die weniger bequeme Seite des Spitzensports interessieren.
Maria Sharapovas Karriere hatte genügend Handlung für mehrere Bücher.
Als Kind zog sie aus Russland in die USA, gewann mit 17 Wimbledon, wurde Nummer 1 der Welt und holte fünf Grand-Slam-Titel.
Interessant wird ihre Geschichte besonders neben Open und Rafa.
Denn Spitzentennis produziert keinen einheitlichen Persönlichkeitstyp.
Agassi, Nadal und Sharapova gingen völlig unterschiedlich mit Wettbewerb und Öffentlichkeit um.
Das ist auch fürs Coaching relevant.
Es gibt nicht die eine Persönlichkeit, die ein guter Tennisspieler haben muss.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie Sportbiografien mit Ehrgeiz, Konflikten und einer ausgeprägt kompetitiven Persönlichkeit mögen.
13. Days of Grace – Arthur Ashe mit Arnold Rampersad
Am besten für: Leser, die sich für Tennis jenseits von Pokalen und Weltranglisten interessieren.
Arthur Ashes Bedeutung reicht weit über seine Resultate hinaus.
Er war Grand-Slam-Champion, aber auch Aktivist und eine bedeutende öffentliche Persönlichkeit.
Days of Grace verbindet deshalb Tennis mit Themen wie gesellschaftlicher Verantwortung, Rassismus und HIV/AIDS.
Das ist kein Buch, das Ihnen drei Übungen für den zweiten Aufschlag liefert.
Es gehört aus einem anderen Grund auf diese Liste.
Sport findet nicht in einem Vakuum statt.
Spieler bringen ihre Herkunft, Gesellschaft und Erfahrungen mit auf den Platz.
Wenige Tenniskarrieren zeigen das deutlicher als die von Ashe.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie interessiert, was ein Sportlerleben bedeuten kann, wenn Resultate irgendwann nicht mehr das Wichtigste sind.
14. A Handful of Summers – Gordon Forbes
Am besten für: Tennisromantiker.
Stellen Sie sich hochklassiges Tennis ohne Social-Media-Teams, riesige Spielerentourages und moderne Recovery-Abteilungen vor.
Und machen Sie die Geschichte danach etwas lustiger.
Gordon Forbes spielte Davis Cup für Südafrika und schrieb über die Tenniswelt der 1950er- und 1960er-Jahre.
Warum ein älteres, weniger offensichtliches Buch aufnehmen?
Weil eine Liste der «besten Tennisbücher» ziemlich langweilig wird, wenn überall dieselben fünf Titel auftauchen.
Tennis hatte lange vor der heutigen ATP- und WTA-Welt eine faszinierende Kultur.
Forbes lässt uns sie besuchen.
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie Tennisgeschichte lieber als Clubhausgeschichte denn als Schulbuch erleben möchten.
15. All In – Billie Jean King
Am besten für: Leser, die sich für Tennisgeschichte, Gleichberechtigung und den Einfluss eines Sportlers ausserhalb des Platzes interessieren.
Manche Tennisspieler gewinnen Matches.
Einige wenige verändern den Sport selbst.
Billie Jean King gehört eindeutig zur zweiten Gruppe.
In All In erzählt sie von ihrer Karriere, persönlichen Erfahrungen, der berühmten «Battle of the Sexes» gegen Bobby Riggs und ihrem Einsatz für Gleichberechtigung und die Entwicklung des professionellen Frauentennis.
Dadurch unterscheidet sich das Buch von einer klassischen Champion-Biografie.
Die spannende Frage lautet nicht nur:
Wie gewann Billie Jean King?
Sondern:
Was wollte sie im Tennis verändern?
Lesen Sie dieses Buch, wenn: Sie interessiert, wo Tennis, Persönlichkeit und gesellschaftlicher Wandel aufeinandertreffen.
MVTA Coach's Shelf: Drei Tennisbücher, mit denen wir beginnen würden
15 Bücher sind schön.
15 Bücher sind allerdings auch ziemlich viel, wenn Sie eigentlich nur etwas fürs Wochenende suchen.
Aus Sicht der Spielerentwicklung würden wir deshalb mit diesen drei beginnen:
1. Tennis – Das innere Spiel
Für Spieler, die verstehen möchten, was Aufmerksamkeit, Druck und zu viel Denken mit bereits vorhandenen Fähigkeiten machen können.
Mit auf den Platz nehmen: Beobachten Sie nach einem Fehler, wohin Ihre Aufmerksamkeit wandert.
2. Winning Ugly
Weil Tennis kein Wettbewerb darum ist, wer den schönsten Schlag besitzt.
Es ist ein Problemlösungsspiel gegen jemanden, der unangenehmerweise ebenfalls gewinnen möchte.
Mit auf den Platz nehmen: Finden Sie ein Muster, das Ihrem Gegner Schwierigkeiten bereitet.
3. Open
Nicht weil das Buch Ihre Vorhand verbessert.
Sondern weil Tennisspieler – insbesondere junge Tennisspieler – zuerst Menschen und erst danach sportliche Projekte sind.
Mit auf den Platz nehmen: Langfristige Entwicklung braucht auch eine gesunde Beziehung zum Sport.
Die besten Tennisbücher nach Kategorie
Sie möchten nicht alle 15 vergleichen?
Dann hier die kurze Version:
Beste Tennisbiografie: Open von Andre Agassi.
Bestes Buch über Tennispsychologie: Tennis – Das innere Spiel von W. Timothy Gallwey.
Bestes Buch über Matchtaktik: Winning Ugly von Brad Gilbert und Steve Jamison.
Bestes Tennisbuch zur Verbesserung des eigenen Spiels: Essential Tennis.
Bestes Buch für Doppelspieler: The Art of Doubles.
Bestes Buch über Roger Federer: The Master von Christopher Clarey; für deutschsprachige Schweizer Leser ist zusätzlich René Stauffers Federer-Biografie interessant.
Bestes Tennisbuch über Geschichte: A Terrible Splendor.
Bestes Buch über Tennis und gesellschaftlichen Wandel: All In von Billie Jean King.
Diese Aufteilung entspricht auch dem Suchverhalten, das aktuelle deutschsprachige Konkurrenzseiten bedienen: Tennischeck strukturiert den Bedarf beispielsweise nach Technik, Strategie, psychologischer Seite und Lebensgeschichten, während Tennis Insider besonders Mentalität und konkrete Verbesserung des Clubspielers hervorhebt.
Können Tennisbücher Ihr Spiel wirklich verbessern?
Ja.
Aber nur bis zu einem gewissen Punkt.
Ein gutes Tennisbuch kann Ihnen helfen zu verstehen:
- warum Sie bestimmte Entscheidungen treffen;
- wie Matchtaktik funktioniert;
- was unter Druck mit Ihrer Aufmerksamkeit passiert;
- wie sinnvolles Training aufgebaut werden kann;
- welche Rolle Positionierung und Spielmuster spielen;
- wie erfolgreiche Spieler Wettbewerb wahrnehmen.
Was ein Buch nicht kann:
Sie beobachten.
Ein Absatz kann nicht erkennen, ob Ihr Vorhandproblem durch Griff, Abstand zum Ball, Vorbereitung, Treffpunkt oder Beinarbeit entsteht.
Dafür braucht es Feedback.
Deshalb lautet die sinnvolle Kombination nicht:
Buch oder Trainer.
Sondern:
Verstehen + trainieren + Feedback erhalten.
Ein Buch kann verändern, wie Sie über ein Problem nachdenken.
Ein guter Coach kann erkennen, ob dieses Problem überhaupt das richtige ist.
Lust, das Gelesene auf dem Tennisplatz auszuprobieren?
Hier wird es für uns natürlich besonders interessant.
Denn Tennis zu lesen ist schön.
Tennis zu spielen macht meistens noch etwas mehr Spass.
In der MVTA Tennis Academy in der Schweiz trainieren Erwachsene, Kinder und Junioren auf unterschiedlichen Spielniveaus.
Sie müssen nicht bereits «gut genug» sein, um mit einem Coach zu trainieren.
Dafür ist Training schliesslich da.
Vielleicht nehmen Sie zum ersten Mal ernsthaft einen Tennisschläger in die Hand.
Vielleicht spielen Sie seit Jahren, kommen aber nicht mehr richtig weiter.
Vielleicht möchten Sie einen zuverlässigeren Aufschlag, bessere Grundschläge, schnellere Beinarbeit oder endlich verstehen, warum Ihr Tennis im Training hervorragend funktioniert und im Match plötzlich verschwindet.
Oder Sie suchen für Ihr Kind ein Umfeld, in dem es Tennis lernen, sich entwickeln und gleichzeitig Freude am Sport behalten kann.
Gutes Coaching beginnt für uns mit dem Spieler, der tatsächlich vor uns steht:
Spielniveau, Technik, Bewegung, Persönlichkeit und Ziele.
Nicht mit einer Vorstellung davon, wie jeder Spieler theoretisch aussehen sollte.
Was können wir von den Profis lernen?
Hier wartet noch eine kleine Falle.
Sie lesen über Nadals Routinen.
Sie schauen Federers Vorhand.
Sie lernen, wie Agassi returniert hat.
Und am Samstag möchten Sie alle drei gleichzeitig sein.
Das könnte schwierig werden.
Profispieler sind hervorragende Beispiele, aber schlechte Schablonen.
Ein erwachsener Freizeitspieler verfügt nicht über Federers Bewegungsqualität, Nadals Trainingshistorie oder Agassis Timing.
Auch ein Junior sollte nicht komplett umgebaut werden, nur um dem aktuellen Weltranglistenersten zu ähneln.
Die bessere Frage lautet:
Welches Prinzip kann ich von diesem Spieler übernehmen?
Von Federer vielleicht das frühe Nehmen des Balls und das Verkürzen der Zeit für den Gegner.
Von Nadal Routinen und Konsequenz.
Von Agassi frühes Erkennen beim Return.
Von Gilbert Beobachtung und taktisches Problemlösen.
So wird aus Bewunderung tatsächlich etwas, das dem eigenen Tennis helfen kann.
Häufige Fragen zu Tennisbüchern
Welches ist das beste Tennisbuch?
Für unterschiedliche Leser gibt es unterschiedliche Antworten. Als Tennisbiografie würden wir mit Open beginnen, für das mentale Spiel mit Tennis – Das innere Spiel, für Matchtaktik mit Winning Ugly und für Spieler, die ihr eigenes Tennis verbessern möchten, mit Essential Tennis.
Welche Tennisbiografie ist besonders empfehlenswert?
Open: Das Selbstporträt von Andre Agassi ist ein sehr guter Ausgangspunkt. Die deutschsprachige Ausgabe behandelt nicht nur seine Erfolge, sondern auch Kindheit, Leistungsdruck, Absturz und Comeback.
Welches Tennisbuch eignet sich für Mentaltraining?
W. Timothy Gallweys Tennis – Das innere Spiel gehört zu den bekanntesten Büchern über die mentale Seite des Tennissports und wird auch in aktuellen deutschsprachigen Empfehlungen weiterhin hervorgehoben.
Welches Tennisbuch hilft bei der Matchtaktik?
Winning Ugly von Brad Gilbert und Steve Jamison ist besonders für Club- und Wettkampfspieler interessant, die nicht nur besser schlagen, sondern Matches besser lesen und lösen möchten.
Welches Tennisbuch eignet sich für Anfänger?
Für Spieler, die eine moderne Einführung in verschiedene Bereiche der eigenen Entwicklung suchen, ist Essential Tennis interessant. Anfänger sollten technische Informationen aus Büchern allerdings nicht als Ersatz für individuelles Feedback betrachten.
Gibt es gute Tennisbücher über Roger Federer?
Ja. Christopher Clareys The Master ist eine ausführliche englischsprachige Federer-Biografie. Für deutschsprachige Leser ist ausserdem René Stauffers Arbeit über Federer besonders interessant; Stauffer begleitete dessen Entwicklung bereits sehr früh journalistisch.
Gibt es Tennisbücher speziell für Doppel?
Ja. The Art of Doubles von Pat Blaskower konzentriert sich auf Positionierung, Kommunikation, Formationen und Taktik im Doppel.
Welche Tennisbücher eignen sich für Eltern von Junioren?
Open ist keine Erziehungsanleitung, wirft aber interessante Fragen über Talent, Leistungsdruck und elterliche Erwartungen auf. Auch Tennis – Das innere Spiel kann Eltern helfen zu verstehen, warum zusätzliche Anweisungen nicht automatisch zu besserem Tennis führen.
Vom Tennisbuch auf den Tennisplatz
Ein gutes Tennisbuch kann verändern, wie Sie das Spiel sehen.
Tennis – Das innere Spiel lässt Sie vielleicht anders über Druck nachdenken.
Winning Ugly bringt Sie dazu, Gegner und Spielmuster genauer zu beobachten.
Open zeigt, wie kompliziert die Beziehung zwischen Mensch, Talent und Sport werden kann.
Aber irgendwann lässt sich nur noch begrenzt Tennis vom Sofa aus spielen.
Das eigentliche Spiel beginnt auf dem Platz.
In unserer MVTA Tennis Academy sind Erwachsene, Kinder und Junioren willkommen, die Tennis lernen, ihr Spiel verbessern oder einfach mehr Freude auf dem Platz haben möchten.
Sie brauchen keine perfekte Technik.
Sie müssen nicht seit Jahren spielen.
Und Sie brauchen auch keine Turnierambitionen.
Vielleicht möchten Sie Tennis neu entdecken.
Vielleicht spielen Sie bereits regelmässig und haben das Gefühl, nicht mehr weiterzukommen.
Vielleicht möchten Sie an Aufschlag, Vorhand, Rückhand, Beinarbeit, Taktik oder Matchmentalität arbeiten.
Oder Sie suchen das passende Tennistraining für Ihr Kind.
Kommen Sie zu uns auf den Tennisplatz
Wenn diese Bücher Lust auf Tennis gemacht haben, kommen Sie zu uns in die MVTA Tennis Academy.
Wir bieten Tennistraining für Erwachsene, Kinder und Junioren – vom Einstieg bis zum ambitionierten Spieler.
Bringen Sie die Ideen aus den Büchern mit.
Bringen Sie auch die Vorhand mit, die gelegentlich macht, was sie will.
Und den zweiten Aufschlag, dem Sie bei 30:40 noch nicht ganz vertrauen.
Den Rest schauen wir uns gemeinsam auf dem Tennisplatz an.